Isten kerámikusa - God's Ceramic Artist - Gottes Keramikerin

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Meine Keramikwerke des Widerstandes

Liebe Leserin, lieber Leser, ich möchte mit Dir kurz teilen, weshalb ich in letzter Zeit „protestierende“ Keramikwerke anfertige. Ich hungere nicht, mir ist nicht kalt, ich habe alles, was notwendig ist. Und doch habe ich dieses Gefühl innerlich. Vielleicht ist es der gleiche Grund, weshalb ich als Kind so oft trotz der Gefahren hoch hinauf geklettert bin. Weshalb ich bei der geschlossenen Tür hinauf, und auf der anderen Seite in das Nichts hinuntergeklettert bin.

Ein kleiner Exkurs...

In Österreich hat einmal die kleine Kriszti, als sie von der Schule Nachhause gekommen ist, gesagt: Mama! Die Lehrerin hat gesagt, dass du eine einfache Hausfrau bist. Als die Lehrerin Kriszti gefragt hat, was denn ihre Mutter arbeitet, hat sie geantwortet, dass Mama Zuhause mit den Kindern ist. So habe ich diesen ehrenvollen Titel von Frau Schachinger, der Lehrerin, erhalten. Ich schäme mich nicht dafür. Also, lieber Leser, liebe Leserin, das Ganze erzähle ich nur deshalb, damit du von mir keine fachkundige politische Analyse der heutigen Situation von Ungarn erwartest. Du wirst hier nur die Meinung einer einfachen Hausfrau lesen. 2012 habe ich meine erste protestierende Keramik erstellt, die ich dem Pfarrer Gábor Iványi geschenkt habe.
 



 

Man sagt, dass wir eine christliche Regierung haben. Schauen wir mal: Unsere christliche Regierung sagt: „Du bist nur so viel Wert, so viel du besitzt“. Jesus sagt: „Komm zu mir, so wie du bist. Ganz ohne Geld. Du bist für mich wertvoll“.
Unsere christliche Regierung sagt: „Lebe von 47 000 oder 30 000 Forint und besitze eine Ziege“ (ein Zitat von einem ungarischen Politiker).
Sie leben monatlich von mehreren Millionen Forint, und ich denke nicht, dass sie eine Ziege hätten. Unsere christliche Regierung hat das TEK (ein Terror-Abwehr-Zentrum) gegründet, aus vielen Milliarden Forint. Ihre Hauptaufgabe ist, dass sie Viktor Orbán (Ministerpräsident) beschützen sollen. Ich glaube 200 Menschen.

László Kövér (ein Regierungsmitglied) hat - ich weis nicht von wie viel Geld - eine parlamentarische Wache/Garde, die besondere Rechte hat, gegründet. Diese parlamentarische Wache wurde von den Kirchen gesegnet. SIE HABEN DIE FURCHT UND DEN HASS GESEGNET. Beide gegründete Organisationen (TEK und die Wache) dienen dazu, den Andersdenkenden Angst zu machen. Ich denke bezüglich dessen, dass alle TEKs und alle Wachen der Welt nicht die Kraft haben werden, Gottes Urteil gegen die Gewaltherrscher zu verhindern. (Wenn sie sich nicht ändern.) 

Unsere christliche Regierung verschwendet Milliarden für amerikanischen und anderen Imageaufbau. Wie viele talentierte, in schwierigen Verhältnissen lebende junge Menschen hätten aus dieser Geldsumme Hilfe bekommen können? Wie vielen hungernden, unter unwürdigen Bedingungen lebenden, kleinen Kindern hätte man ein besseres Leben schenken können? Ich denke, das wäre ein wirklicher christlicher Imageaufbau gewesen. Auch wenn sie das ganze Geld der Welt in Imageaufbau investieren würden, wäre es nicht genug für die Gewaltherrscher. Gott interessiert sich nicht für unser für Geld gebasteltes, gelogenes Image.

Zsolt Semjén, der Leiter der Christlichen Volkspartei hat öffentlich erzählt, dass er von Viktor Orbán die Aufgabe bekommen hat, Ferenc Gyurcsány (ehemaliger Ministerpräsident) zu ruinieren, mit allen Mitteln. Danach hat er mit den gleichen Lippen über Gott und Tugend geredet.

„Sie rühmen sich mit dem, was sie beschämen wird.“

Die Polizei unserer christlichen Regierung hat ein junges, 24 jähriges halbarmiges Mädchen verurteilt. Ihre Schuld war, dass sie Essensreste erbittet und gegessen hat, weil sie sehr hungrig war. Sie muss ins Gefängnis. Und diejenigen, die von den Armen alles Mögliche entziehen, die werden beschützt und bedient.
Die als „Friedensmarsch“ bezeichneten Marschierer, die für die Regierung marschieren, wecken während ihrem Marsch Angst und verbreiten Hass gegen die Andersdenkenden. Und bieten Salzsäure in dein Gesicht. Für den FRIEDEN. Und unsichtbar als eine große, alles bedeckende Wolke schwebt über dem Friedensmarsch der Mammon. Die Menschen haben Angst.

Ob ich Angst habe? Ja! Ich habe Angst. Ich habe Angst vor dem TEK, vor der parlamentarischen Wache, vor dem „Cöf“ (Forum des Zivilen Zusammenhaltes). Ich habe Angst vor Salzsäure. Vor der menschlichen Dummheit, Boshaftigkeit. Und ich habe große Angst vor unserer christlichen Regierung. Ich will nicht mehr Angst haben! Ich habe schon so oft Angst gehabt. Obwohl ich das Furchtbarste der Welt erlebt habe mit dem, dass ich meinen 8 jährigen Sohn begraben musste. Sie können alles mit mir machen, im Besitz der GEMACHTEN dreiviertel Mehrheit (im Parlament). Sie können sagen, dass ich meine Heimat gefährde. Die besondere parlamentarische Wache kann mich mitnehmen, mit der Begründung, dass ich nicht berechenbar bin. Für mich ähnelt heute Ungarn einer geschlossenen Station. Ich mag die geschlossene Station nicht.


 


Meine andere protestierende Keramik...



Meine vierte protestierende Keramik ist ein Engel mit einem gelben Stern. Im ungarischen Parlament in 2012 hat ein Parlamentsabgeordneter vorgeschlagen, man solle alle Juden zusammenschreiben. Und keiner von den anderen Abgeordneten, nicht einmal der Vorsitzende, hat auf den Tisch geschlagen, so dass das ganze Parlament und Ungarn erbebt hätte. Mir ist Irén eingefallen, die in der Schule, in der ich den kleinen Karcsi lieb gehabt habe, die Direktorin war. Irén: IRÈN SUGÀR, ihr Ehemann György Goldmann. Irén ist mit 36 Kilo von Dachau zurückgekommen. Manchmal habe ich über Irén gedacht, dass sie vielleicht eine Fee ist. Sie hat immer gelächelt. (Heute ist Ungarn ein Land ohne Lächeln). Sie hat die Menschen so geliebt, sie hat Menschen so viel geholfen. Es war immer lustig bei ihr. Sie war im Verein der „ungarischen Widerständer“ und der Antifaschisten Mitglied. Sie war Geschichte- und Ungarisch-Lehrerin. Irén ist noch mit 70 Jahren in die Schulen gegangen mit ihrer Videokassette, die den Titel: „NIE WIEDER FASCHISMUS“ hatte. Irén war kleiner als die großen Kinder. Aber sie konnte mit solch einer Kraft darüber reden, dass sie während ihrer Rede rießengroß wurde. Vielleicht würde Irén angesichts des heutigen christlichen Ungarns in Weinen ausbrechen. Gut, dass sie das nicht mehr erlebt hat.

Für mich ist Ungarn heute so, wie in den dunkelsten Internat-Zeiten. Die Gitter werden immer mehr. Ich mag es nicht. Ich schäme mich dieses Ungarns. Ich muss fliehen. Und solange, bis mein Kopf zwischen den Gittern durchpasst.
 

„Für alles gibt es eine bestimmte Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit. Zeit fürs Gebären und Zeit fürs Sterben. Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Lachen...“

Buch des Predigers

 
Und jetzt ist Zeit für den Widerstand (gegen die Regierung von Orbán).
 
Danke lieber Leser, liebe Leserin, dass du gelesen hast, was ich niedergeschrieben habe. Anna Mayer  

 

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Fotók: B. Molnár Béla